Chronik des Schach - Club Hohenlockstedt von 1965


Am 20.01.1965 wurde der Schach- Club Hohenlockstedt von Fritz Seroka gegründet.
Bereits vorher gab es interessierte Schachspieler in Hohenlockstedt, die sich regelmäßig
in der damaligen Bahnhofsgaststätte von Hohenlockstedt zum Schachspiel getroffen haben.

Der Club hatte seine Spielstätte zuerst in der Gaststätte „Fuchsbau“, in der Finnischen Allee,
dem heutigen Fitness-Center des TSV-Lola. Später wechselte der Club seine Spielstätte in
das Lokal „Zum kühlen Grunde“. Eine zweite Mannschaft konnte für den Spielbetrieb gemeldet
werden. Es bestand aber eine ständige Konkurrenz mit den später hinzugekommenen
Skatspielern, die zeitgleich ihren Trainingsabend dort abhielten. Um auch weiterhin geeignete
Räume für den Schachsport zur Verfügung zu haben, wechselte der Verein Ende der
siebziger Jahre das Lokal und spielte nunmehr im Hotel „Zum Landhaus“. Hier fand man für
das Schachspiel hervorragend geeignete Räumlichkeiten vor. Mit dem Inhaber Jürgen Meier
und seiner Mutter hatte man zwei Personen gefunden, die dem Schachsport freundlich
gegenüber standen. Diese Unterstützung besteht bis heute. Dem Verein und auch der späteren
Schachjugend wurde jeden Freitag ein Raum zum Schachtraining zur Verfügung gestellt, auch
wenn andere Veranstaltungen im Hause stattfanden.

Auch wurde die spätere Jugend gerne in den Räumlichkeiten gesehen, und über so manche
Störung durch die Kinder auf das Alltagsgeschäft des Gastronomiebetriebes, wurde hinweggesehen.
Viele Schachvereine aus dem Bezirk beneiden uns für diese guten Spielbedingungen.
Am 18.12.1981 brannte das Gebäude, aufgrund eines technischen Defektes an einem elektrischen
Gerät, aus und der Club musste sich kurzfristig eine Ausweichspielstätte suchen. Diese fand man für die
Übergangszeit in Springhoe, in der Gaststätte „Tannenhof“. Später wurde der Spielbetrieb in dem neu
renovierten Landhaus wieder aufgenommen.

Da mittlerweile die Mitgliederzahl stark gesunken war, entschloss man sich im Jahre 1986 mit
Unterstützung des damaligen Vorsitzenden Theodor Scheit und dem ehemaligen Vereinsvorsitzenden
Fritz Seroka, eine neue Schachjugend ins Leben zu rufen. Auf der damaligen Jahreshauptversammlung
konnte der neu hinzugekommene Bernd Schlewitz als Jugendwart gewonnen werden. Er hatte bereits
in seinem alten Verein gute Erfahrungen und Ideen in der Jugendausbildung gesammelt und konnte
diese gut in Hohenlockstedt umsetzen. Er erhielt von den Vereinskollegen hier speziell durch Fritz Seroka
die volle Unterstützung bei der Organisation und wertvolle Hinweise zur Umsetzung einer Jugendabteilung.

Der heutige Ehrenvorsitzende Seroka hatte bereits in den 70`er Jahren Schulschachunterricht gegeben
und konnte anschließend eine erfolgreiche Jugendgruppe im Schach-Club Hohenlockstedt aufbauen.
Einige starke Spieler aus der damaligen Jugend, wie Dirk Billerbeck und Bernd Schaffranek, sind auch
heute noch Mitglied im Club.

Der Schach-Club Hohenlockstedt spielt bis heute in Schleswig-Holstein, im Schachbezirk West. Hierzu
gehören die Kreise Steinburg, Pinneberg und Dithmarschen.

Im Jahre 1990 feierte der Verein mit einem Kegelabend sein 25. jähriges Bestehen. Mit der Neugründung
der Schachjugend stieg die Zahl der schachspielenden Kinder in den kommenden vier Jahren schnell auf
durchschnittlich 20 aktive Jugendliche an, und übertraf damit die Anzahl der Erwachsenen. Dies bedeutete
für den kleinen Verein eine hohe organisatorische Belastung. Der Jugendwart Schlewitz konnte sich aber
ständig auf die Hilfe von Mannschaftskollegen bei der Jugendausbildung verlassen. Hier seinen besonders
der leider nach einem Punktspiel tödlich im Straßenverkehr verunglückte Ralph Hartwich und der spätere
Jugendwart Thomas Thiessen erwähnt. Auch die Unterstützung einiger Eltern der Schachjugend muss an
dieser Stelle positiv gelobt werden, die viel Werbung für die Schachjugend im Ort gemacht haben, und
Dank deren Hilfe, und Mund zu Mundpropaganda, die Jugendabteilung, bis Mitte der 90`er Jahre auf
durchschnittlich 25-30 Kinder und Jugendliche im Alter von 5-19 Jahren zurückblicken konnte. Damit
stand von den jugendlichen Mitgliedern her der Schachclub in Schleswig-Holstein an 5. Stelle in der
Mitgliederliste. Für einen so kleinen Club im Vergleich zu anderen Vereinen wie Neumünster, Elmshorn,
Kiel oder Lübeck, mit bis zu 100 Mitgliedern oder mehr, ein sehr beachtlicher Erfolg.

Das fünfjährige Bestehen der Schachjugend wurde intern mit einem Blitzturnier gewürdigt. Die 1.
Jugendmannschaft hatte zwischenzeitlich den Aufstieg in die Jugendbezirksliga geschafft und sich dort
etabliert. Eine 2. Jugendmannschaft unter der Betreuung von Thomas Thiessen nahm den Spielbetrieb
in der Bezirksklasse auf. In einem Zeitungsinterview vom 26.01.91 wurde der Jugendwart Bernd
Schlewitz folgendermaßen zitiert: „Der Schach-Club Hohenlockstedt ist ein geselliger Verein, eher eine
große Familie, in der sich untereinander geholfen wird. Wenn wir keine Lust auf Schach haben, sitzen wir
manchmal auch nur gemütlich zusammen und reden über Gott und die Welt.“  Diese Aussage trifft bis zum
heutigen Tage zu.

Die Erwachsenen spielen mit der 1. Mannschaft in der Bezirksliga oder in der Bezirksklasse. Es war in
den zurückliegenden Jahren ein stetiger Auf- und Abstieg. Das die Mannschaft sich nicht über einen längeren
Zeitraum in der Bezirksliga halten konnte, lag vor allem an der dünnen Spielerdecke. Viele gute Spieler
mussten den Verein meist aus beruflichen Gründen wieder verlassen, hierzu zählten auch einige Soldaten
vom Standort Hungriger Wolf.

1992 nahmen die ersten sechs Jugendlichen an der Jugendlandesmeisterschaft in Neumünster teil. Hier
konnte in der Altersgruppe U-15 der Jugendspieler Stefan Hintze auf anhieb den 1. Platz belegen und wurde
Landesmeister. Er wurde beim darauffolgendem Neujahrsempfang von der Gemeinde Hohenlockstedt
für diese hervorragende Leistung geehrt. Er war der erste Schachspieler Hohenlockstedts, der diese Ehrung
in Empfang nehmen konnte. Zwischenzeitlich konnten weitere Jugendliche für 2. und 3. Plätze diese Erfolge
wiederholen.

Seit 1992 waren die ersten Jugendlichen spielstark genug, um in die 1. Mannschaft der Erwachsenen eingesetzt
zu werden. Sie haben bis heute dort gute Leistungen vollbracht und dem Verein damit geholfen, dass die
Mannschaft zu Punktspielen fast immer vollzählig antreten konnte. Damit hat sich die Jugendausbildung bis heute
ausgezahlt. Der SCHohenlockstedt hat schon frühzeitig erkannt, dass das Spielerdefizit nur durch intensive
Jugendarbeit langfristig ausgeglichen werden kann.

Nachdem 1992 der Vorsitzende Theo Scheit aus persönlichen Gründen nicht zur Wiederwahl stand, übernahm
Bernd Schlewitz das Amt des 1. Vorsitzenden und Thomas Thiessen wurde von der Mitgliederversammlung zum
neuen Jugendwart gewählt. In den kommenden Jahren hatte unter seiner Leitung, mit Unterstützung des
Vorsitzenden Schlewitz, die Schachjugend ihre größten Erfolge.

Es konnte eine dritte Jugendmannschaft für den Punktspielbetrieb gemeldet werden. Die erste Jugendmannschaft
erreichte den 1. Platz in der Bezirksliga und war damit für die höchste Jugendliga Schleswig-Holsteins, die
Jugendverbandsliga, qualifiziert. Mit einer Spielgemeinschaft, mit Jugendlichen aus dem benachbarten
Schachverein Wrist- Kellinghusen, konnte 1994 in einer 4`er Mannschaft der Siemens - Schulschachpokal in
Elmshorn gewonnen werden.

Der Verein richtete auch mehrere Kreisjugendmeisterschaften aus. Hier konnten bereits verschiedene Jugendliche
aus Hohenlockstedt, in den einzelnen Altersklassen, erste Plätze belegen. Unter anderem wurden Stefan Hintze
und Thorben Meier Kreismeister des Kreises Steinburg. Leider wechselte der spielstarke und hochtalentierte
Jugendliche Stefan Hintze den Verein und spielt heute für die 1. Mannschaft von Itzehoe in der Verbandsliga bzw.
Landesliga. Damit wurde auf den Aufstieg in die höhere Jugendliga verzichtet.

Eine weitere vierte Jugendmannschaft wurde nach ersten Vorstellungen in der kommenden Saison nicht gemeldet,
da sich ein starker Rückgang von Jugendlichen abzeichnete. Dieser Vorgang ging in den folgenden Jahren weiter
und in der Saison 99/00 konnte zum ersten Mal keine Jugendmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet werden.
Gründe dafür sind vielfältig. Viele Jugendliche können die Leistung nicht mehr bringen, wenn höhere Anforderungen
gestellt werden müssen. Eine Spielstärkesteigerung ist auch im Schachsport nur möglich, wenn regelmäßig und
ausreichend trainiert wird. Wenn die Erfolge dann nachlassen, springen viele Jugendliche ab. Auch betreiben
viele noch andere Sportarten und Schach gilt dann nur als Sportart Nr.2. Wenn dann noch die Trainingszeiten und
der Punktspielbetrieb zu gleichen Zeiten stattfindet, zieht das Schachspiel leider immer öfter den kürzeren.

Mit dem neuen Jugendwart Björn Behrend konnten im Jahre 2000 nach intensiven Werbemaßnahmen wieder
Jugendliche gewonnen und eine Jugendmannschaft für die Saison 00/01 gemeldet werden. Der Schach-Club
Hohenlockstedt nimmt weiterhin am Punktspielbetrieb teil und spielt auch regelmäßig auf regionalen Schachturnieren.
Der Club richtet im eigenen Verein die Jugend- und Erwachsenenvereinsmeisterschaft aus, sowie
Vereinsblitzmeisterschaften. Ein Thema- und Tandemturnier gehören ebenso zum Repertoire.

Das Weihnachtsschnellschachturnier mit einem gemütlichen, gemeinsamen Mittagessen, ist bereits seit vielen Jahren
zu einem festen Bestandteil geworden und wird jedes Jahr vom Initiator Thomas Thiessen geleitet.
Nicht unerwähnt sei das traditionelle Grünkohlessen, zu dem auch die Lebenspartner eingeladen werden.

Auf Bezirksebene richtet der Verein in seinen Räumen jedes Jahr den Kreispokal des Kreises Steinburg, die regionale
Ausscheidung der Deutschen-Pokal-Einzelmeisterschaft (Dähne-Pokal) und ein bis zwei Freundschaftsspiele zur
Saisonvorbereitung mit benachbarten Schachvereinen aus. Als ein weiterer Höhepunkt kann das jährlich im Mai
stattfindende Simultanschachturnier mit der Bundesligaspielerin Britta Leib angesehen werden, die an 20-25 Brettern
gleichzeitig spielt. Diese hat viel Freude dabei und bietet uns immer einen spannenden Schachabend.

Nachdem bereits 1995 das 30. jährige Vereinsgeschehen mit einem Blitzturnier und einem anschließenden Treffen vieler
geladener, ehemaliger Mitglieder gefeiert wurde, bot das Jahr 2000 mit dem 35. Vereinsjubiläum den Höhepunkt.
Zu diesem Ehrentage konnten die Bezirksschnellschachmeisterschaften nach Hohenlockstedt geholt werden. Dieses
Turnier, geleitet vom Bezirksturnierwart Heiko Spaan, fand im Saal des ehemaligen „Hülsings Hotel“, dem heutigen
Hotel „Zum Kamin“, statt.

Der Vorsitzende Jens Bartels konnte viele Mannschaften in Hohenlockstedt begrüßen und nach der Ehrung durch den
stellv. Bürgermeister Herrn Rudolph Noetzelmann, wurde dem SCHohenlockstedt eine Urkunde und ein finanzieller
Zuschuss der Gemeinde Hohenlockstedt überreicht. Der Hohenlockstedter Wolfgang Kipf stellte zeitgleich sein Hobby vor,
die Herstellung von Schachzinnfiguren. Die Sammlung fand reges Interesse.

Ein weiterer Höhepunkt des Jahres 2000 war der Infostand des SCHohenlockstedt am Himmelfahrtstag, auf dem Flohmarkt
Holo-Meile, der zu einem festen Bestandteil werden soll, um Schachinteressierte aus Hohenlockstedt und Umgebung für den
Schachsport zu begeistern. Seit Anfang des Jahres 2001 ist der Schachverein mit einer eigenen Homepage auch im
Internet vertreten.

Die Chronik wurde erstellt von Thomas Thiessen Hohenlockstedt, im Februar 2001

 

Countdown zum

2. Holo Jugend - Cup
12.05.2012
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2. Holo Jugend-Cup